Die Niederösterreichischen Feuerwehren sind mit ihrer Standardausrüstung zum Arbeiten im Absturz-gefährdeten Bereich bestens gerüstet. Rückhaltesysteme und Gurte erlauben die Einsatzaufgaben in Bereichen von Baustellen, Dächern, Absturzkanten und dergleichen wahrzunehmen. Geht es aber nun darum, Personen, Tiere oder Sachgüter aus Höhen oder Tiefen zu retten oder zu bergen, stoßen die Einsatzkräfte schnell an ihre Grenzen.
Im Zuge der Planung und Beschaffung des neuen Hubrettungsfahrzeuges der Feuerwehr Tulln-Stadt wurde eine Einsatzaufgabenanalyse durchgeführt. Dabei bildet in Verbindung mit dem Hubrettungsfahrzeug neben der Brandbekämpfung, der direkten Personenrettung oder dem rein technischen Einsatz auch das "Retten aus Höhen und Tiefen" einen Einsatzschwerpunkt.
Stützpunktfeuerwehren, welche Sonderfahrzeuge wie z.B. Hubrettungsfahrzeuge im Einsatz haben, haben auch die Aufgabe, ihre Mannschaften für die damit verbundenen Einsatzaufgaben auszubilden und dadurch die Feuerwehren vor Ort bestmöglich unterstützen zu können. Die Stadtfeuerwehr Tulln hat deshalb vor rund einem Jahr den Entschluss gefasst, die Ausbildung und Ausrüstung bei Einsätzen in Höhen und Tiefen zu intensivieren und eine Höhenrettungsgruppe zu installieren.
In diesem Zuge wurde die Ausrüstung zum Arbeiten im Absturz-gefährdeten Bereich unter Rückhalten erneuert. Ebenso wurde die Ausrüstung für eine Höhenrettungsgruppe entsprechend der einschlägigen Ausrüstungsnormen beschafft. Im Mai 2023 wurden 10 Feuerwehrmitglieder in der Höhenwerkstatt GmbH ausgebildet.
Die Höhenrettungsgruppe Tulln besteht derzeit aus 12 Feuerwehrmitgliedern, welche im Einsatzfall Einsatzaufgaben von Arbeiten im Absturz-gefährdeten Bereich unter Rückhalten bis zu komplexen Operationen beim Arbeiten oder Retten in Höhen und Tiefen wahrnehmen. Die Höhenrettungsgruppe wird über die Feuerwehr Tulln-Stadt alarmiert und steht für die Stadt Tulln aber auch zur Unterstützung der Feuerwehren im Bezirk bereit.
